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Zusammenfassung der Studien-Erkenntnisse

Studienpartner:

ICV (Internationaler Controller Verein)

Thinking Networks AG

Mit einem Klick können Sie direkt zu einem speziellen Ergebnis springen:

  1. Unternehmensplanung kommt in Fahrt
  2. Mehr Agilität im Controlling
  3. Die Relevanz der Planung ist gefestigt
  4. Internationale Märkte boosten den Technologie-Einsatz
  5. Teamgrößen sind höchstindividuell

Allgemeine Infos zur Studie finden Sie am Ende der Seite. Zudem laden wir Sie gerne zum Webcast am 02.12.2020 um 11 Uhr ein, bei dem wir alle Ergebnisse gesammelt vorstellen und diskutieren.

Anmelden zum Webcast am 02.12.

1. Unternehmensplanung kommt in Fahrt

Die aktuelle Studie zeigt im Vergleich zum Vorjahr, dass die Unternehmensplanung deutlich an Tempo zugelegt hat. Eine Planung in weniger als einer Woche durchzuführen schien im letzten Jahr noch die Ausnahme zu sein. In der aktuellen Studie spricht nun jeder Fünfte von Planungen, die in dieser „Sprintgröße“ erfolgen.

Ergebnis-Diagramm:

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Fokussierte Daten

  • Jeder Fünfte (20% in 2020) plant inzwischen in weniger als einer Woche. Im vergangen Jahr lag diese Zahl noch bei  4% (2019).
  • Zugleich schrumpft die Anzahl der Planungen, die länger als einen Monat benötigen. Die Angaben verringerten sich um ca. ein Viertel der Antworten (47% in 2020 vs. 71% in 2019).

Hinweis: In diesem Jahr haben wir den Durchschnitt der detaillierten Planungslängen in Bezug auf die einzelnen Planungsaufgaben zugrunde gelegt.

Detail-Analyse

Die Zeiträume der unterschiedlichen Planungsaufgaben sind nicht homogen. Die Aufwände sind daher unterschiedlich zu werten. Ob das auch im Zusammenhang mit der Priorisierung der verschiedenen Planungen steht, werden wir im nächsten Update beleuchten.

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Fokussierte Daten

  • Bilanz-/Cash-Flow-Planung realisieren 60% der Befragten unter einem Monat.
  • Über die Hälfte (56%) benötigen für Kostenstellen-/GuV-Planung mehr als einen Monat.

So verstehen wir die Ergebnisse:

Es scheint, als ob das Controlling bezüglich des Zeitaufwands seine Hausaufgaben gemacht hat. Der allgemeine Trend zu schnellerer Planung ist deutlich zu sehen. Eventuell hat die gegenwärtige Krise als Katalysator gewirkt.

Daneben fällt auf, dass die „Bilanz-/Cash-Flow-Planung“ häufig zu den schnelleren Planungsaufgaben zählt und die Kostenstellen-/GuV-Planung zu den zeitaufwändigeren Aufgaben.

Diese Erkenntnis kann dem Controlling auf zwei Arten nützen. Zum einen könnten die Controlling-Verantwortlichen gegensätzliche Beobachtungen im eigenen Betrieb zum Anlass nehmen, um den Prozess oder die eingesetzte Technologie auf den Prüfstand zu stellen. Zum anderen drückt der Zeitaufwand das Investitionsvolumen in die Planung aus, umso mehr Zeit in die Planung einfließt umso höher sollte der Mehrwert sein. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten die verantwortlichen Personen handeln, z.B. den Detailgrad der Planung verringern oder durch digitale Hilfsmittel den Automationsgrad erhöhen.

2. Mehr Agilität im Controlling

Die Zeithorizonte bewegen sich in der Jahresplanung. Das Planen in kleineren Häppchen („pro Monat“) überholt die Planung des Gesamtjahres. Dies ist ein stabiles Fundament zur Etablierung des „Steuern auf Sicht“ im Controlling.

Ergebnis-Diagramm:

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Fokussierte Daten

  • 2019 planten gerade mal 12% pro Monat.
  • 2020 ist die Zahl auf 44% gestiegen.

So verstehen wir die Ergebnisse:

Der deutlich zu hörende Wunsch nach mehr „Steuern auf Sicht“ wird in diesem Jahr in die Realität umgesetzt. Der stärkere Trend zu Planungen pro Monat spricht unserer Meinung für mehr Mut oder auch Druck zur Anpassung im Controlling.

Anstatt sich mit dem Jahresplan zufrieden zu geben und diesen stur zu verfolgen, schauen Controlling-Verantwortliche in kleineren Zeitabschnitten ob der Plan im wahrsten Sinne aufgeht. Der monatliche Plan-Ist-Vergleich dient so als Barometer zum Gegensteuern in volatilen Märkten. Dies ist eine wichtige Grundlage zum Aufsetzen einer „agilen Planung“, also einer Unternehmenssteuerung die sehr beweglich ist, wenn kurzfristige Marktveränderungen (z. B. eine Krise) eintreten.

3. Die Relevanz der Planung ist gefestigt

An der Bedeutung der Planung im Controlling wird wenig gerüttelt.

Ergebnis-Diagramm:

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Fokussierte Daten

  • 44 % (2020) der Befragten geben an, dass die Bedeutung von Planung gestiegen ist. 2019 waren es noch 62%.
  • In der aktuellen Studie sagen 50 %, dass die Bedeutung der Planung unverändert bleibt.
  • Bei nur  wenigen Teilnehmenden aus beiden Jahren ist die Bedeutung gesunken (6 % in 2019 und 7% in 2020).

So verstehen wir die Ergebnisse:

Wir lesen die Zahlen als Bestätigung für den oben erkannten Qualitätssprung in der Planung „1. Unternehmensplanung kommt in Fahrt“). Dieser Bedeutungszuwachs im letzten Jahr gepaart mit der wirtschaftlich schwierigen Lage in 2020 hat unserer Meinung nach zu einem erhöhten Planungsbedarf geführt, und somit Zweifel an der Bedeutung von Planung gar nicht erst aufkommen lassen. Dies unterstreicht der erneut niedrige Anteil der Personen, die einen Bedeutungsabstieg im eigenen Unternehmen bestätigen.

4. Internationale Märkte boosten den Technologie-Einsatz

Dass Excel die verbreitetste Planungslösung im Controlling ist, zeigt sich sowohl in der Studie des letzten Jahres wie auch in diesem Jahr. Betrachtet man die Frage jedoch in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens zeigt sich: Das der Faktor Internationalität einen großen Einfluss auf das Kräfteverhältnis zwischen dem Einsatz von Excel oder einer Planungs-Software hat.

Ergebnis-Diagramm:

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Fokussierte Daten

  • 83% Prozent der Unternehmen, die im DACH-Markt operieren, nutzen Excel-Tabellen zur Erfassung der Plandaten. Nur 50% setzen Planungs-Software ein.
  • Im Segment der Unternehmen, die europaweit operieren, nähert sich der Einsatz von Excel-Tabellen (73%) und Planungs-Software (68%) bereits an.
  • Im globalen Markt sind beide Lösungen in vergleichbaren Anteilen anzutreffen (71% Excel-Tabellen vs. 70% Planungs-Software).

So verstehen wir die Ergebnisse:

Der Zusammenhang zwischen der Internationalität im Geschäft und dem zunehmenden Einsatz von Software-Lösungen für die Unternehmensplanung ist auffällig.

Ein internationaler Markt bedingt häufig ein deutlich dezentraleres Planungsszenario. Unternehmen, die international aktiv sind, verfügen häufiger über ein komplexeres Firmennetzwerk (z. B. internationale Dependancen oder Partner) oder planen ihre diversen Märkte einzeln bzw. als eigene Planungsdimension.

Auf diese Weise steigen natürlich auch die Planungstiefe und die technischen Anforderungen: beispielsweise der Qualitätsanspruch bei der Zusammenführung aller Teilplanungen damit am Ende konsistente und somit vertrauenswürdige Planzahlen entstehen. Wer den Sprung vom nationalen in den internationalen Markt plant, sollte diese Ansprüche in seiner Geschäftsstrategie berücksichtigen.

5. Teamgrößen sind höchstindividuell

Mit dem Wachstum eines Unternehmens steigen häufig auch die Planungsbedürfnisse und damit auch die Zahl der Planer. Unsere Studie zeigt, dass diese Entwicklung jedoch nicht so vorhersehbar ist wie man meinen könnte.

Ergebnis-Diagramm:

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Fokussierte Daten

  • siehe 1. Hinweis: Der Zenit für mittelgroße Teams mit 5-50 Planern (mit 48%) liegt bei Unternehmen zwischen Mittelstand- und Konzerngröße (500-999 Mitarbeiter/innen). Ab diesem Punkt geht die Trendkurve nach unten und gleichzeitig steigt der Anteil der großen Planungsteams (mehr als 50 Planer/innen) kontinuierlich an.
  • siehe 2. Hinweis: Auffällig ist der Tipping Point bei einer Unternehmensgröße von 5.000 – 10.000 Mitarbeiter/innen, bei der zur einen Hälfte (exakt 50%) die sehr großen Teams (mehr 50 Planer/innen) anzutreffen sind sowie zur anderen Hälfte die mittelgroßen Teams (5-50 Planer/innen).
  • siehe 3. Hinweis: Überraschend ist, dass die Trendkurve der Unternehmen mit kleinen Teams (weniger als 5 Planer/innen) ab der Konzern-Unternehmensgröße (10.000 – 20.000 Mitarbeiter/innen) wieder signifikant ansteigt.

So verstehen wir die Ergebnisse:

Die Studie zeigt, dass sich die Planungs-Teams nicht linear zur Unternehmensgröße entwickeln. Ab der Startup-Größe steigt der Anteil von mittelgroßen Planungsteams und mit dem Verlassen aus der Mittelstandsgröße kommt es bei der Hälfte der befragten Unternehmen zum Wechsel in große Teamstärken.

Die „Renaissance“ der kleinen Teams im Konzernbereich fällt zudem auf. Dies mag eventuell an der Restrukturierung von Planungseinheiten oder der Ausbildung von Teilunternehmen im Rahmen des Firmenwachstums liegen.

Letztendlich kann diese Analyse keine allgemeingültige Aussage treffen. Es belegt aber die Individualität von Planungsteams. Eine Formel zur Bestimmung  der Teamgrößen existiert nicht. Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle, etwa die Branche oder ganz einfach gesagt das jeweilige Geschäftsmodell. Wer seine Teamgröße aber mal mit den durchschnittlichen Angaben in seiner Branche vergleich will, kann sich nach dem Webcast am 02.12. bei uns für einen individuellen Benchmark melden.

Über die Studie

Die Studie wurde in Kooperation von Thinking Networks AG und ICV (Internationalen Controller Vereins) erstellt. Über 150 Teilnehmer/innen aus dem gesamten deutschsprachigen BI Markt wurden befragt. Die Erhebung erfolgte von September- Oktober 2020.

Das nächste Ergebnis-Update mit dem Schwerpunkt auf die Untersuchung der Auswirkungen der Krise auf die Unternehmensplanung folgt in den nächsten Wochen.

Aufzeichnung des Webcast ansehen

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